Wie Kinder in ihrer Freizeit eingespannt sind.

Was ist das für eine Zeit? Wir Erwachsenen klagen darüber, dass wir kaum noch Zeit für uns selbst haben, keine Zeit gemütlich ein Buch oder eine Zeitung zu lesen, keine Zeit um einfach mal in die Sonne zu blinzeln, die Schränke müssten ausgemistet werden, Briefe geöffnet, Überweisungen getätigt werden. Wer kennt das nicht bis zum Hals in einem Hamsterrad gefangen zu sein und das Wort ‚Langweile‘ längst aus dem eigenen Wortschatz gestrichen zu haben.

Was war da die Kindheit noch schön. Am Wochenende im Schlafanzug spielend auf dem Fußboden zu sitzen, draussen die Welt entdecken bis die Mama ‚Essen‘ ruft. Wir hatten noch FREI in unserer Freizeit!

Heute hat bereits jedes Kind die ganze Woche über einen vollen Terminkalender.  Montag: Reiten, Dienstag: Geige,  Mittwoch: Mini Hipp Hopp Jazz Dance, Donnerstag: Ballett, Freitag: Zirkusturnen und so weiter. Wenn meine Tochter sagt: „Mama kann mal die …. mich besuchen“, haben wir  frühestens drei Wochen später tatsächlich eine Verabredung, aber auch nur, wenn der Lehrer für das Musikinstrument im Urlaub ist, das Pferd lahmt, der Hipp Hopp Kurs entfällt oder die Vorstellung für das Zirkusturnen bereits vorbei ist.

Wo bleibt die Zeit für die Kinder in den Tag hinein zu träumen, den Gedanken nach zu hängen, zu Malen, zu Basteln, sich auch mal zu langweilen und daraus die eigene Kreativität zu entfalten?

Wo bleibt da die Kindheit?