Du bist bereits getrennt oder lebst in Trennung oder Scheidung?
Hier findest Du Themen wie Umgangsrecht, Ehegattenunterhalt, Realsplitting und noch einiges mehr was Du wissen solltest und worauf du achten solltest.

 

Trennungsjahr -Lesen-

Kindesumgang -Lesen-

Ehegattenunterhalt-Lesen-

Kindesunterhalt-Lesen-

Realsplitting-Lesen-

Mehrbedarf -Lesen-

Trennungsjahr

Grundsätzlich müssen Ehegatten vor einer Scheidung ein Jahr getrennt voneinander leben, so schreibt es das bürgerliche Gesetzbuch vor, auch wenn beide Ehepartner einvernehmlich der Scheidung zustimmen.
Getrennt leben bedeutet: es darf keine häusliche Gemeinschaft mehr bestehen. Das ist gegeben, wenn einer der Ehepartner aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, oder aber innerhalb der gemeinsamen Wohnung beide in getrennten Bereichen leben, in denen nicht mehr gemeinsam gewirtschaftet und gelebt wird. Eine Trennung zählt nur dann als gegeben, wenn sogenannte Versorgungsleistungen wie Kochen, Einkaufen oder Bügeln für den anderen Partner wegfallen .
Auch wenn ein Ehepaar nebeneinander her lebt, jedoch der gemeinsame Haushalt weiter geführt wird, darf die Ehe trotzdem erst dann geschieden werden, wenn die Eheleute ein Jahr getrennt leben.

Kindesunterhalt

Der Kindesunterhalt ist ein finanzieller Ausgleich der dem Ehegatten zusteht, bei dem das Kind hauptsächlich lebt. Wie viel und in welcher Höhe der Unterhalt gezahlt wird, richtet sich nach der Höhe des Einkommens des zahlenden Ehegatten. Wie viel dem Kind zusteht, ist in der Düsseldorfer Tabelle genau gelistet. Beachte dabei, dass die Hälfte des Kindergeldes von diesem Betrag abgezogen wird. Verdient der Ehegatte mehr als in der Tabelle angegeben, heißt es „nach den Umständen des Falles“. Liegt das Einkommen über dem Prozentsatz von 160%, kann zum Beispiel der sogenannte Mehrbedarf geltend gemacht werden. Siehe dazu auch den Punkt „Mehrbedarf“ -Lesen-
Düsseldorfer Tabelle 2017
Als Tipp, für diejenigen die den Unterhalt nicht über einen Anwalt erstreiten möchten oder nicht können: im Falle dass der Unterhaltspflichtige nicht für das Kind zahlt, oder zu wenig zahlt, kannst Du den Unterhaltsanspruch über das Stadtjugenamt regeln lassen. Für sämtlichen Belange was den Kindesunterhalt, Mehrbedarf oder auch die Sonderzahlung angeht, kannst Du beim Stadtjugendamt eine Beistandschaft für Dein Kind/Kinder beantragen. Dabei vertritt das Stadtjugendamt das Kind gesetzlich bei der Feststellung der Vaterschaft und/ oder bei der Geltendmachung der Unterhaltsansprüche und erwirkt den sogenannten Unterhaltstitel. Die Beistandschaft ist kostenlos und kann jederzeit wieder gekündigt werden. Beistandschaft Jugendamt

Ehegatten -Nachehelicher Unterhalt

Der Nacheheliche Unterhalt kommt demjenigen zugute, der während der Ehe keiner Erwerbstätig nachgegangen ist, oder nur bedingt gearbeitet hat. Dieser Unterhalt wirkt sich rein auf den Ehegatten aus und ist dazu gedacht einen finanziellen Ausgleich zwischen Eheleuten schaffen. Hier unterscheidet man zwischen dem Trennungsunterhalt, der nach der Trennung, aber noch während man verheiratet ist gezahlt wird, und dem Geschiedenenunterhalt (nacheheliche Unterhalt), dieser kann deutlich vom Trennungsunterhalt abweichen und wird erst nach der tatsächlichen Scheidung gezahlt. Hierbei spielt das Alter des jüngsten Kindes eine Rolle und auch die Anzahl der Kinder. Auch entscheidend ist die Dauer der Ehe und ob eine Erwerbstätigkeit des Unterhaltsempfängers in Teil- der Vollzeit erwartet werden kann. Hierbei ist übrigens zu beachten, wird während der Ehe eine Ausbildung/Studium begonnen mit dem Ziel dadurch einen Job oder ein höheres Gehalt zu erlangeen, darf das Studium oder die Ausbildung auch nach der Scheidung abgeschlossen werden und der Unterhaltspflichtige wird hierbei in die finanzielle Verantwortung genommen.

Mehrbedarf

Der Mehrbedarf ist ein zusätzlich vom Unterhaltszahlenden geleisteter Betrag, der zusätzlich zum Kindesunterhalt gerechnet wird. Dabei geht es ausschließlich um kindesbezogene Gründe, wie zum Beispiel ein „teurer Sport“ den das Kind bereits seit längerem ausführt, oder zusätzliche Schulkosten. Mehrbedarf ist ein während eines längeren Zeitraums regelmäßig anfallender Bedarf.
Weitere Details findest Du auf der folgender Seite: Lexikon Familienrecht
Anders als beim Mehrbedarf, der eine regelmäßige Zahlung zusätzlich zum Unterhalt vorsieht, verhält es sich beim Sonderbedarf. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Bedarf zum Beispiel für Klassenfahrten.

Realsplitting

Wenn einer der beiden Ehegatten vom anderen Unterhalt bekommt, siehe dazu auch Ehegattenunterhalt, hat der unterhaltspflichtige Ehegatte die Möglichkeit die Unterhaltsleistung (also den finanziellen Betrag) von der Einkommensteuer abzusetzen. Der Fachbegriff dafür heißt Realsplitting. Die Ehefrau muss ihre Zustimmung dazu erteilen, wenn der Ehemann zusichert sämtliche Nachteile aus der Durchführung des Realsplitting zu ersetzten, die sogenannte Nachteilsausgleichserklärung.
Dazu ist aber zu beachten, dass zwar der Unterhaltsempfänger dem Realsplitting zustimmen muss, ob aber der daraus entstandene Nachteil tatsächlich vom Unterhaltspflichtigen erstattet wird ist ein anderes Thema. Den durch das Realsplitting finanziellen Nachteil erstattet zu bekommen, ist teilweise ein weiteres Streitthema. Wenn der Unterhaltspflichtige seinem Versprechen nicht nachkommt, hilft nur der Gang zum Anwalt. Auch dabei ist nicht gesagt, ob der finanzielle Nachteil dann tatsächlich ausgeglichen wird. Zweifelt der Unterhaltspflichtige die Richtigkeit der Steuererklärung an, muss die Richtigkeit erst bewiesen werden, am besten durch einen Steuerberater. Auch das kostet wiederum Geld. Als Tipp, man könnte dafür bereits vor der Zustimmung zum Realsplitting schriftlich festhalten, wer die Steuererklärung macht, wer die Kosten dafür trägt und wie verfahren wird, wenn der steuerliche Nachteil nicht erstattet wird.