Gestern hatte ich bereits den zweiten Elternabend in der Woche. Dass die Pünktlichkeit des eigenen Erscheinens von Elternabend zu Elternabend stark variiert, brauche ich fulltime Mums nicht zu sagen. Auf dem Weg in die Schule fiel mir zum Glück noch ein meine Tochter kurz anzurufen, um nachzufragen in welchem Schulhaus (wir haben zwei), in welchem Stock und in welchem Flur ihr Klassenzimmer denn sei. Einen Elternabend von meinem Sohn hatte ich mal verpasst, weil ich fast eine Stunde sein Klassenzimmer gesucht hatte und dann frustriert wieder nach Hause gefahren bin.

Die Schranke über die Gleise war zum Glück offen, somit war ich guter Dinge meinen eigenen gesetzten Rahmen von maximal 10 Minuten Verspätung einzuhalten. Als ich ins Klassenzimmer kam, wunderte ich mich über die wenigen Eltern. Von 26 Elternpaaren waren gerade mal insgesamt 9 Personen da. Ich begrüßte schnell den Klassenlehrer und setzte mich dann, um der Lehrerin neben ihm zu lauschen. Eine Mutter neben mir fragte ich was das denn für eine Lehrerin sei, ‚die französisch Lehrerin‘ wisperte sie zurück. Okay, das war wohl einer der Elternabende wo die Sprachlehrer über den momentanen Unterrichtsstoff berichteten. Umso eigenartiger dass so wenig Eltern anwesend waren. Nach einer Weile wandte ich mich wieder zu meiner Nachbarin: ‚ganz schön wenig Eltern heute da‘ raunte ich ihr zu. Ich erntete einen fragenden Blick: ‚das ist nur die Französischgruppe, die Lateingruppe ist in einem anderen Zimmer‘. Schnell überlegt ich, ob ich jemals meine Tochter Latein lernen habe sehen. Zufrieden stellte ich fest, dass das Glück auf meiner Seite war und ich nicht nur im richtigen Klassenzimmer sondern auch in der richtigen Gruppe saß. Als die Lehrerin geendet hatte, erhoben sich alle Eltern und ich tat es ihnen nach. Da alle Eltern in Richtung Tür gingen, lief ich einfach hinterher. Bildete ich mir das nur ein, oder war das ein sehr kurzer Elternabend gewesen. Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass es erst kurz vor neun war. Ich freute mich im Stillen über den gewonnenen Abend und mein Bett, als die Eltern die Treppen hoch liefen. Wieder wandte ich mich einer Mutter zu. ‚Wo gehen wir denn jetzt hin?‘ fragte ich und erhielt eine Antwort ’na zu den Englischgruppen‘. Okay, der Elternabend war noch nicht zu Ende, ich verabschiedete mich in Gedanken von meinem Bett und rechnete mir im Stillen die ungefähre Stundenanzahl aus, die ich zum Schlafen kommen würde. Aus Erfahrung wußte ich, solche Elternabende mit häufigen Zimmerwechsel ziehen sich immer in die Länge.

Der jetzige Raum war gefüllt mit über 70 Personen. Als ich noch darüber staunte wie viele Eltern wir in der Klasse waren und erschreckend feststellte wie wenig Gesichter ich davon kannte, fiel mir auf, dass das gar nicht sein kann. Ich erkannte eine Mutter aus der parallel Klasse. Ok, der Elternabend war für beide Klassen. Ich hörte einen interessanten Vortrag, an den ich mich allerdings nicht mehr erinnern kann, vielleicht war er doch nicht so spannend? bis es hieß: Alle Eltern gehen jetzt bitte mit den jeweiligen Gruppenlehrern mit. Während sich alle Eltern erhoben, grübelte ich angestrengt nach, in welcher Gruppe meine Tochter sein könnte. Da ich völlig blank war, schrieb ich schnell meiner Tochter eine Nachricht, im Stillen glücklich darüber, nicht der Anti-Smart-Phone-Eltern-Fraktion anzugehören. Auf das regelmäßige Medien- Nutzungsverhalten meine Tochter war auch in diesem Moment verlass, die Nachricht welche Lehrerin sie in Englisch hatte, kam promt. Glücklich darüber dass meine Tochter bei der Lehrerin Englisch hatte, deren Namen ich als einzigen wußte,folgte ich ihr zur letzten Station an diesem Abend.